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Montag, 09. November 2020

Ökumenische Initiative in Zeiten von Corona...

Foto: Gertrud Schwartz

...abendliches Glockenläuten und gemeinsames Gebet als Zeichen der Solidarität.

Das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) wollen gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest erneut ein ökumenisches Zeichen der Solidarität und Verbundenheit in Zeiten von Corona setzen. Daher regen Kirchenpräsident Dr. h.c. Christian Schad und Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer an, ab Mittwoch, dem 11. November, an dem wir gemeinsam an den hl. Martin von Tours († 397), den Bischof und Wohltäter, erinnern, bis zum 2. Weihnachtsfeiertag in allen Kirchen in der Pfalz und Saarpfalz abends um 19.30 Uhr die Kirchenglocken zu läuten. Die Gläubigen sind auf diese Weise eingeladen, einen Moment inne zu halten und sich im Gebet mit den Erkrankten und Besorgten, den Ärzt/innen und Pflegenden, aber auch mit allen, die von den derzeitigen Einschränkungen besonders betroffen sind, zu verbinden. Hier kann das ökumenische Gebet mitgesprochen werden, das für diese Zeit entworfen wurde (s.u.). Möglich ist auch, einfach einen Moment still zu werden und an die Menschen zu denken, die einem lieb sind oder die sich in ihrer Existenz gefährdet sehen. Darüber hinaus sind alle eingeladen, in der Zeit des ökumenischen Glockenläutens und Gebets eine Kerze als Hoffnungslicht ins Fenster zu stellen. So setzen wir in diesen Tagen, in denen uns die zweite Infektionswelle der Corona-Pandemie große Sorgen bereitet, wiederum ein hörbares und sichtbares Zeichen der christlichen Gemeinschaft, des gegenseitigen Trostes und der Ermutigung.

Treuer und barmherziger Gott,
vor Dich bringen wir alles, was uns in diesen Tagen und Wochen bewegt:
unsere Sorgen und Ängste, aber auch unsere Hoffnung und Zuversicht.
Nach wie vor bestimmt Corona unsere Gefühle, unseren Alltag, unser Zusammenleben.
Die kürzer werdenden Tage, die zunehmende Kälte und der aufsteigende Herbstnebel –
sie sind wie sichtbare Zeichen der Angst, der Einsamkeit und der Verunsicherung in uns.
Wir bringen vor Dich die vielen Menschen,
die sich fürchten, sich mit dem Virus anzustecken,
und die sich um das Wohlergehen ihrer Familie und Freunde sorgen;
die darunter leiden, dass sie zu anderen auf Abstand gehen müssen
und um ihrer Mitmenschen willen in ihrer Freiheit eingeschränkt sind.
die um ihren Arbeitsplatz bangen, in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sind
oder ihre Bildungs- und Berufschancen gefährdet sehen.

Treuer und barmherziger Gott,
wir bitten Dich um Heilung für alle, die an Corona erkrankt sind,
und um Zuversicht für ihre Angehörigen;
die Erfahrung Deiner tröstenden Gegenwart für alle alten, kranken und einsamen Menschen;
das Leben in Fülle für alle Verstorbenen, an die wir in dieser Jahreszeit besonders denken;
um Kraft für die, die haupt- und ehrenamtlich für andere da sind –
in Kliniken, Altenheimen, Behinderteneinrichtungen und Nachbarschaftshilfen;
die richtigen Worte für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger,
die den Menschen gerade auch in dieser Zeit Deine frohmachende Botschaft zusagen;
um Ideenreichtum und Kreativität für alle, die nach Wegen suchen,
unsere Kirchen offenzuhalten und Kirche erfahrbar zu machen;
Halt für die, die durch Corona in wirtschaftliche Not geraten sind;
die richtigen Entscheidungen für alle, die in Politik und Gesellschaft Verantwortung tragen;
um den Geist der Solidarität und Fürsorge für uns –
und alle, die noch dazu unter Krieg und Verfolgung, Terror und Flucht leiden;
die Einsicht, dass jede und jeder von uns sich selbst zurückzunehmen muss, um das Leben anderer zu schützen.

Treuer und barmherziger Gott,
Du bist das Licht, das alle Dunkelheiten unseres Lebens erhellt.
Du schenkst Hoffnung und Zuversicht, wenn wir nicht weiterwissen.
Du weckst in uns die Bereitschaft, füreinander einzustehen.
Dich loben und preisen wir alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.

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