Samstag, 01. Mai 2021

Tag der Diakonin - Gerechtigkeit verwirklichen - Berufung zulassen...

Ankündigung Predigerinnentag 2021,Quelle: kfd Bundesverband

Frauen leben Vielfalt, Bild: Margit Wesely, Foto: Gertrud Schwartz

Schöpfung, Bild: Margit Wesely, Foto: Gertrud Schwartz

...eine glaubwürdige Kirche ist einladend und nicht ausgrenzend.

Zum diesjährigen Tag der Diakonin am 29. April bekräftigten die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands - Bundesverband e.V. (kfd), der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erneut ihre Forderung zur Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen.

Das Thema der Veranstaltung, die in diesem Jahr coronabedingt digital stattfand, lautete "GERECHT". Die vier veranstaltenden Organisationen sind sich einig:

Nur eine Kirche, in der sich Gerechtigkeit verwirklicht, ist eine glaubwürdige Kirche. Diakonisches Handeln gehört zu den Wesensmerkmalen der Kirche und ist nicht an ein Geschlecht gebunden. Frauen und Männer sind als Getaufte und Gefirmte in gleicher Weise berufen, den Dienst an den Nächsten zu verwirklichen.

Hier einige Kernsätze der Vertreterinnen der veranstaltenden Organisationen auf dem Podium:

Professorin Dr. Agnes Wuckelt, stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende: " Zukunftsfähigkeit bedeutet für die Kirche, ihrer Sendung treu zu bleiben und die Menschen mit ihren Fragen, Nöten und Freuden zum Maßstab ihres Handelns zu machen. Wenn die Kirche nicht bereit ist, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern endlich anzuerkennen, dann steht ihr eine schlechte Zukunft bevor."

Irmentraud Kobusch, Vorsitzende des Netzwerks Diakonat der Frau: "Dass die Kirche die Berufung von Frauen zur Diakonin bis heute nicht anerkennt, wird nicht mehr verstanden. Frauen stehen bereit. Sie wissen sich von Gott gerufen. Der Tag der Diakonin macht seit mehr als 20 Jahren auf eine schmerzliche Form der Diskriminierung von Frauen aufmerksam."

Dr. Maria Flachsbarth, KDFB-Präsidentin: "Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, allen Getauften und Gefirmten den Zugang zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche zu öffnen. Alle Menschen müssen ihrer Berufung folgen können, weil sie als Abbild Gottes gleich an Wert und Würde sind. Eine glaubwürdige Kirche ist einladend und nicht ausgrenzend."

Ausführliche Informationen zum „Tag der Diakonin“ finden Sie hier.

Vom 24. bis 25. April 2021 führte das Zentrum für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz (ZfB) zum dritten Mal mit der Gebetsinitiative "Werft die Netze aus" Menschen aus dem deutschsprachigen Raum im Gebet um geistliche Berufungen zusammen. 24 Stunden wurde um geistliche Berufungen gebetet. kfd und KDFB haben anlässlich des Gebetstags ein eigenes Gebet verfasst. Es greift die Forderung, dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Berufung folgen dürfen, eindrücklich auf.

"Werft die Netze aus“

Du Gott des Lebens und der Gerechtigkeit,
du rufst uns bei unserem Namen, wir gehören zu dir.
Du hast Maria Magdalena zur ersten Zeugin und Verkünderin der Frohen Botschaft berufen.
Dein Sohn Jesus Christus hat Jüngerinnen und Jünger ausgesandt,
das Reich Gottes zu verkünden und es in Wort und Tat zu bezeugen.

Jesus selbst hat nach erfolglosem Fischzug dazu aufgefordert,
das Netz noch einmal auszuwerfen - auf der anderen, bisher unbeachteten Seite! (Joh 21)

Durch Taufe und Firmung sind wir alle Teil deines Gottesvolkes,
der "königlichen Priesterschaft." (1 Petr 2,19)

Und so beten wir am Weltgebetstag um geistliche Berufungen:

  • für eine Kirche, die die Charismen und Berufungen von Frauen und Männern als Gabe Gottes gleichermaßen anerkennt, achtet und fördert
  • für die Frauen, deren Berufung zur Diakonin oder Priesterin nicht gesehen, für unmöglich erklärt oder gar lächerlich gemacht wird
  • für alle, die sich um der Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft willen für Frauen in kirchlichen Ämtern einsetzen
  • für alle, die zur Erneuerung unserer Kirche mutig die Netze in unbekannten Gewässern auswerfen
  • für alle, die das kirchliche Leben gestalten in Gemeinden, Gruppen, Verbänden und Bewegungen
  • für alle jungen Menschen, die auf der Suche nach Gott sind
  • für alle, die sich im Synodalen Weg für die Zukunft der Kirche engagieren.

Deine heilige Geistkraft wecke, stärke und ermutige uns und alle, die deiner Botschaft folgen wollen. Amen.

(Verfasst von Ulrike Göken-Huismann, Geistliche Begleiterin im Bundesverband der kfd und Dorothee Sandherr-Klemp, Geistliche Beirätin des KDFB-Bundesverbands)

Predigerinnentag

Zum zweiten Mal veranstaltet die kfd am 17. Mai 2021, dem Gedenktag der Junia, ihren bundesweiten Predigerinnentag. Zwölf geistliche Leiterinnen und Begleiterinnen werden dann in Kirchen in ganz Deutschland – größtenteils in der Eucharistie – predigen. Das ist normalerweise Priestern vorbehalten. Diese Frauen zeigen: Berufung hat nichts mit dem Geschlecht zu tun.

Für den kfd-Diözesanverband Speyer wird die geistliche Leiterin Ursula König in der Kirche St. Theresia in Kaiserslautern am Sonntag, 16. Mai, 17:00 Uhr predigen. Sie sagt: „Ich bin überzeugt, dass Frauen mit ihren vielfältigen Charismen unsere Kirche unendlich bereichern. Dazu gehört für mich selbstverständlich auch die Verkündigung und Auslegung des Wortes Gottes.“ Näheres zum Predigerinnentag finden Sie hier.

Der Gottesdienst mit Ursula König wird live gestreamt. Hier geht es zum Link.