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Freitag, 14. September 2018

Der Medelsheimer Kirchenchor St. Cäcilia erhält die Zelter-Plakette

„Glaube und Musik gehören ganz eng zusammen, singen und musizieren sind schönste Ausdrucksformen des christlichen Glaubens, “ sprach Pfarrer Dr. Krystian Scheliga während des Festgottesdienstes zum 170-jährigen Bestehen des katholischen Kirchenchors St. Cäcilia in der Medelsheimer St. Martin-Kirche. Er hob heraus, Singen sei zum einen die Steigerung des Sprechens, zum Zweiten ein Zeichen des Friedens und Drittens Ausdruck der Lebensfreude und umfasse alle menschlichen Kräfte und Schichten. Am Ende der Liturgiefeier, die vom Jubelchor sowie der Organistin Melanie Hessler musikalisch begleitet wurde, überreichte die saarländische Bildungs-Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot der Vorsitzenden des Chors, Imelda Frenzel, im Auftrag des Bundespräsidenten die Zelterplakette. In ihrer Ansprache im gut besetzten Gotteshaus attestierte sie dem Chor, der seit 1993 von Rosel Engel geleitet werde, dass er in doppelter Hinsicht eine tragende Säule der Gesellschaft sei. Zum einen sei er ein wesentlicher Teil der christlichen Kultur, die auch die Region seit Jahrhunderten prägte und zum anderen ein wichtiger Teil des örtlichen und gemeindlichen musischen Kulturlebens. Das damit verbundene vorbildliche bürgerschaftliche Engagement treffe die Bewahrung, Entwicklung und Verbreitung kultureller Güter, das Vermitteln von sozialen Komponenten, das Fördern sozialer Integration und somit auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Stabilität des Gemeinwesens. Sie unterstrich, dass zum Chorgesang auch eine soziale Komponente hinzukomme, dass sich Menschen zu einer Gruppe Gleichgesinnter zusammenfinden, um gemeinsam in ihren Liedern Stimmungen, Gefühle oder Gedanken vielfältigster Art zu vermitteln. Steichert-Clivot erwähnte, dass der Medelsheimer Chor einer von 40 sei, der in diesem Jahr, die 1956 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuß gestiftete Medaille in Deutschland erhalte und erinnerte an den Namensgeber Karl Friedrich Zelter, der sich als Komponist und Verfasser zahlreicher Denkschriften um die Neustrukturierung des preußischen Musiklebens große Anerkennung erworben hatte. Die Plakette gehöre zu den wichtigsten Auszeichnungen, die ein musisch-kultureller Verein erhalten könne, so die Staatssekretärin. Imelda Frenzel betonte, dass es heute eine Besonderheit sei, Freizeit in einer Chorgemeinschaft zu verbringen. Deshalb sei sie froh darüber, dass der Chor, der momentan aus 24 Aktiven aus Mitgliedern verschiedener Altersstufen bestehe. Auch verfüge er aufgrund des Engagements der musikalischen Leiterin Rosel Engel über ein Repertoire, das sich von traditioneller kirchlicher Musik über moderne fremdsprachliche Klinge bis hin zur volkstümlichen Musik erstrecke. Bei der anschließenden Begegnung im Pfarrhof sorgte der Männergesangverein Peppenkum mit seinem Dirigenten Thomas Zäh für die musikalische Gestaltung.

 

Der katholische Kirchenchor St. Cäcilia Medelsheim wird 1848 im Zusammenhang mit dem Hochschullehrer Eid als Chorleiter erstmals erwähnt. Waren zuerst nur Mitglieder aus Medelsheim dabei, öffnete man sich 1936 auch für Chormitglieder aus den umliegenden Dörfern. Während der Kriegsjahre 1939 bis 1945 ruhte das Vereinsleben. Liesel Wack, die danach bis 1960 Chorleiterin war, hauchte dem Kirchenchor wieder Leben ein. Durch Rückgang der Mitglieder wurden in den 1960er Jahren erstmals mit der Sitte gebrochen, dass nur unverheiratete Mädchen dem Chor beitreten dürfen. 1971 folgte erstmals eine Wahl der Vorstandschaft mit dem Vorsitzenden Walter Konrad. 1998 erhielt der Chor die Palestrina-Medaille.  (ott).

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